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ss 4Hier ist nun das zweite Interview mit den Darstellern unseres Vampirkurzfilms Mimikry. Diesmal mit der unvergleichlichen Malin Steffen.

Ich erinnere mich noch gut an den Mimikry-Dreh. Leider auch viel zu gut an die Dinge, die schief gingen: eine Sequenz musste in letzter Minute gestrichen werden (sie beinhaltete: eine Pfütze, ein Mondspiegelbild und ein gefallenes Blatt), Flugzeuge wurden aufgrund aufkommender Winde direkt über unseren Drehort gelenkt, Blut spritzte nicht, wie es sollte…

Darüber hinaus war es stockdunkel (das hat die Nacht so an sich, Dane, vielleicht solltest Du mal ein Skript schreiben, das am Tag spielt) und es war so kalt, dass wir unsere Darsteller zwischendurch in Decken einwickeln mussten, um sie warm zu halten.

Aber wer braucht schon Licht und Sonnenschein, wenn er Malin Steffen hat?

Als die erste Klappe fiel, waren alle Widrigkeiten sofort vergessen. Michael Bernhard und Malin beim Spiel zuzusehen, geriet zum kompletten Vergnügen. Und noch während ich diese Zeilen schreibe, wird mir klar, was für ein unerhörtes Glück wir mit den beiden hatten.

Genau wie bei ihrem Mitdarsteller kommt auch in Malins Vokabular das Wort „Ermüdung“ nicht vor. Und sie hielt das ganze Set mit Witz und Elan bei Laune. Ganz zu schweigen von ihrem Talent.

Ich würde euch gern mehr zu ihrer schauspielerischen Leistung sagen, doch leider enthält ihr Part gewisse Aspekte, die in meiner bisherigen Berichterstattung erstmal untergehen müssen. Aber glücklicherweise ist es damit bald vorbei – bestimmt versteht ihr meine Begeisterung dann noch besser.

Und bis es so weit ist, wünsche ich euch viel Spaß mit Malins Interview!

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In drei Sätzen, erzähl uns wer du bist und was du machst.

Aha, die schwerste Frage also zuerst. Um ehrlich zu sein, hab’ ich noch keine Ahnung, wer genau ich bin. Aber ich weiß, dass ich mir so gefall’, der Rest wird schon noch kommen… Oder?
Hauptsächlich arbeite als Schauspielerin und selbstständige Fotografin, aber ansonsten geht da noch so einiges: Singen, Gitarre schrammeln, viiiel Sport, Mädchenkram, Jungskram, mampfen, redenredenreden… Oh, waren das schon drei Sätze?

Ich will’s mal gnädigerweise durchgehen lassen (sagte er mit lachendem Auge). Was ist für dich die größte Freude an deinem Job?

Das Catering.

… wobei das viele Rumkommen, die tausendmillionmilliarden interessanten Menschen, die man immer so trifft, das Spielen an sich und die Menschenkenntnis, die man aus dem Job mitnimmt, natürlich auch ganz okay sind.

Was war der Moment, in dem Du wusstest „Gott, das will ich für den Rest meines Lebens machen!“?

Ehrlich gesagt läuft dieser Satz (nein, eher so ein ähnlicher) Dauerschleife, wenn ich am Set bin.
Spielen ist für mich (wie der Name schon sagt) diese typische „Quelle ewiger Jugend“, von der alle immer reden. Mein Job ist ein Spielplatz. Wie gut ist das denn?

Die Antwort lautet: „Sehr“. Was war für dich die größte Herausforderung in deinem Job – und wie hast du sie gemeistert?

Im Job selbst ist jede Herausforderung wie ein neues Level in einem Spiel, macht alles Spaß. Die größte Herausforderung war (und das ist es manchmal immer noch), mit den Reaktionen von außen umzugehen.
In der Schule war’s nicht immer einfach. Aber sich manchmal durchkämpfen zu müssen, macht unheimlich stark. Heute bin ich da wesentlich gelassener als früher.
Ich bin der Meinung, dass es nichts Besseres für mich gibt, als Situationen, in denen ich mich unwohl fühle. Das zwingt mich, zu handeln, zu lernen, aufzustehen. Das bringt mich weiter. Ich bin eine Löwin, das hab ich wohl von meiner Mama.

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Gab es für dich je Momente des Selbstzweifelns, ob es wirklich dein Weg ist? Gott weiß, ich hatte in meinem Job mehr als einen davon.

Tatsächlich erinnere ich mich nur an einen einzigen Moment, in dem alles schiefgelaufen ist. Man kennt das ja, manchmal kommt’s eben besonders dicke und haut dich aus den Socken. Aber zum Glück hab ich ganz viele Goldstücke um mich rum. Nach fünf Minuten war das Thema gegessen.
Mittlerweile kann ich Erfolge und liebe Worte gut abrufen, wenn mal was nicht klappt.

Was war die eine Rolle, die du unbedingt haben wolltest, aber nicht bekommen hast?

Ich war mal viel in Kontakt mit einem Regisseur, der mir die Hauptrolle in einem Projekt angeboten hat, von dem ich von Anfang an begeistert war.
Leider ist das Projekt geplatzt. Ich war super enttäuscht. Aber, wie es bei mir zum Glück bisher immer der Fall war, kamen im vermeintlichen Drehzeitraum andere schöne Projekte auf mich zu, sodass ich nie mit leeren Händen dastand.

Wenn du an den Beginn deiner Karriere zurückreisen könntest, was würdest du deinem jüngeren Ich auf den Weg geben?

Lass dich nicht verbiegen. Lass dich nicht rumschubsen. Vergiss die Vorurteile. Sag die Wahrheit und sag sie laut!  Frag nach, wenn du Dinge nicht verstehst. Hilf anderen auf. Immer. Bettel nie um Unterstützung. Tu’s einfach nicht. Vergiss deine Freunde nicht. Bunter Lidschatten gehört nicht unter die Augenbrauen. Iss soviel Schokolade, wie du nur kannst, bevor du in die Pubertät kommst! Glück vor Geld. Immer. Facebook-Likes sind wie Monopolygeld. Nicht echt, also entspann dich.
Und vor allem, Malin: Mach so viel Quatsch, wie nur möglich und lach‘ so viel du kannst.

Vielen Dank, Malin! Das mit der Schokolade kommt bei mir wohl etwas spät. Aber die Sache mit dem Lidschatten werd´ ich mir merken!

(Mehr über Malin und ihre Arbeiten erfahrt ihr hier.)

10588840_338469666306046_634168047_nFoto von Brian Dowling, Los Angeles. www.dowlingphotography.com/