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Auf keinen anderen Termin hatte ich mich in der letzten Zeit so sehr gefreut wie auf die (cast- und crewinterne) Premiere von Mimikry.

Das hatte mehrere Gründe.

Zum einen war es die Premiere meines allerersten Films. Zum anderen hatte ich endlich die Gelegenheit, einen Großteil unseres Teams wieder zu sehen. Darauf hatte ich mich schon seit letztem April gefreut.

Aber die Zeichen standen nicht günstig: Hatte ich einige Tage zuvor meine erste Erkältung des Jahres niedergekämpft, genügte ein kurzer Aufenthalt in der Wohnung unserer verschnupften Nachbarn um mich erneut niederzustrecken. Und das drei Tage vor Tag X.

Dann wartete ich noch vergeblich auf die eigens für die Premiere bestellten Filmposter. Ein Anruf bei der Druckerei kurz vor der Abreise förderte zu Tage, dass die Poster zwar geliefert wurden – der Bote jedoch unsere Tür und Klingel nicht gefunden hatte. Wahrscheinlich dachte er, der Briefkasten vor dem Haus sei nur zur Zierde da.

Ich schluckte meinen Ärger so gut es ging, dopte mich mit Hustenbonbons und Nasenduschen – und dann ging die Reise los. Joy und ich verfrachteten unsere vierbeinigen Freunde zu Joys Großeltern, dann fuhren wir mit meiner Mutter zum Bahnhof und trafen uns eine Station später mit Freund und Kollegen Nils Hensel (einigen von euch bekannt als Alex Leonhard aus Grüße aus Gehenna).

Zu unserer immensen Freude beglückten uns unsere Freunde von der Deutschen Bahn mit einer dicken Verspätung. Im Hotel hatte sich eine boa constrictor-mäßige Schlange vor der Rezeption eingefunden. Nachdem wir dieses Biest bezwungen hatten und einige Zeit durch labyrinthische Korridore gewandert waren, konnten wir uns dann endlich in Schale schmeißen.

Dann ab ins nächste Taxi und auf zur Streits Lounge – eine gute halbe Stunde zu spät.

Unsere Gäste hatten sich bereits zum Begrüßungsdrink getroffen. Einige hatten Schwierigkeiten mich zu erkennen, da ich beim Dreh wesentlich struppiger um Kopf und Kinn herum gewesen war.

Aber spätestens jetzt waren alle Widrigkeiten des Abends vergessen. Unsere beiden Hauptdarsteller Malin und Michael waren da, ein Großteil vom Team hatte es geschafft – und die Örtlichkeit hätte schicker nicht sein können: Ein kleines Kino mit angeschlossener Bar, über und über geschmückt mit alten und neuen Filmpostern und Schauspielerportraits. Sogar Sven Matthias konnte es auf den letzter Drücker einrichten zu kommen.

Nach einer kurzen Begrüßung durch Jonas und ich mich hieß es dann Film ab!

Die Lichter gingen aus, der Projektor erwachte zum Leben und der Moment, auf den ich solange angespannt gewartet hatte, war gekommen.

Ich kann euch nicht sagen, was das für ein Gefühl war: Eine Mischung aus Freude, Bauchkribbeln und großer Erleichterung. Es war schwierig, nicht die ganze Zeit wie ein Mondkalb vor mich hin zu grinsen.

Anschließend gab es Applaus – dann wurden die DVD-Extras abgespielt: Der Blick hinter die Kulissen, gefilmt von Simon Vogler, gefolgt von den Setfotos, die Christoph Mannhardt beigesteuert hatte (unterlegt mit Cobra Style von den Teddybears).

Im Nachhinein ärgert es mich, dass ich nicht mehr (und bessere) Fotos gemacht, bzw. die Videokamera meines Smartphones schlicht und ergreifend vergessen hatte.

Aber es gab einfach zu viele Leute zu begrüßen und kennen zu lernen (wie zum Beispiel David Brych von Frogmotion oder Sönke Strohkark vom Hörspiellabel fear4ears).

Auf der Theke lagen DVDs für alle Filmbeteiligten aus. Natürlich krallte ich mir sofort mein Exemplar und sammelte Unterschriften vom Team mit Silberstift. Die Zeit verging wie im Fluge und irgendwann gegen 2:00 Uhr Nachts kehrten wir ins Hotel zurück. Und natürlich war an Schlaf erst einmal nicht zu denken und so lag ich wach da, fast genauso aufgeregt wie zuvor.

Am nächsten Morgen verließen wir das Hotel kurz nach neun Uhr und traten die Heimreise an: völlig übernächtigt und K.O. Aber zufrieden. (Auf der Fahrt erfuhr ich dann per Mail, dass die Poster heute nachgeliefert werden sollen. Ich warte immer noch.)

Natürlich ist es für Jonas und mich im Augenblick unmöglich, den Film objektiv zu betrachten, dafür haben wir ihn einfach zu oft gesehen. Möglicherweise werden Monate, wenn nicht Jahre vergehen, bis wir sagen können: Das Experiment ist geglückt – oder gescheitert (oder beides zugleich). Aber das könnte uns im Moment nicht gleichgültiger sein: Wir hatten einen großartigen Cast, ein großartiges Team und eine Menge Spaß obendrein.

Und der nächste Film kommt bestimmt.

Heut´ tanzen alle Puppen, macht auf der Bühne Licht… Das Kino füllt sich so langsam.

Sounddesignerin Claudia Mattai del Moro und ich.

Oberbeleuchterin Sabine Volgmann mit Beleuchter Kay Heistermann (ganz links – sorry wegen der roten Augen, Kay!)

Malin mit Gästen und Sven Bo, dem besten Aufnahmeleiter des Universums. (Oder wenigstens der Lokalen Gruppe.)

Malin mit dem Skript für einen weiteren Joda Film-Film.

Stars zum Anfassen.

Christoph Mannhardt, unser Set-Fotograf. Einige seiner Mimikry-Bilder findet ihr hier.

Gespräch nach dem Film: Sven Bo und Jonas nebst Michael Bernhard und Gattin.

Ein Team wie Nitro und Glyzerin.

Sogar ein schwerer Dampfmann turnte herum. (Einen Keks für denjenigen, der die Referenz erkennt.)

Stylisch, stylischer, Streits Lounge.

Und hier ist sie nun, meine selbstpersönliche Mimikry-DVD! Alle Team-Mitglieder, die nicht dabei sein konnten, kriegen ihre eigenen DVDs im Laufe der Woche.

Das Teil macht sich sogar gut im DVD-Player.