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Ihr merkt es schon: Der Strom an Rick Future-Nachrichten reißt nicht ab.

Wer die Hörspiel-Space Opera verfolgt hat, der weiß, wie sich RF in den letzten Jahren gemausert hat: Aus der einstigen Captain Future-/Jan Tenner-Hommage ist eine eigenständige Weltraum-Saga geworden, deren Produktionsaufwand im Bereich des unkommerziellen Hörspiels ihresgleichen sucht und deren Fangemeinde ständig wächst. Sogar ein Rick Future-Computerspiel ist in der Mache.

Serienschöpfer Sven Matthias hat mir verraten, dass er sich niemals hätte träumen lassen, dass sein Baby eines Tages mal so groß werden würde. Er ging nicht davon aus, dass mehr als eine Handvoll Episoden erscheinen würden.

Heute sind es neunzehn Folgen. Ein Ende ist vorläufig nicht in Sicht.

Blickt man zurück auf die Anfänge, dann könnte der Kontrast zwischen damals und heute stärker nicht sein. Niemanden ist das bewusster als Sven.

Und so hat er sich entschlossen, die erste Staffel von Rick Future Stück für Stück an die neuen Produktionsstandards anzupassen. Den Anfang macht natürlich Folge eins.


Wenige Dinge machen mehr Spaß als eine Story-Session mit Sven – wenn wir uns gegenseitig Ideen-Bälle zuwerfen und zu Feuerwerken an Einfällen hochschaukeln. Ich weiß noch, wie wir vor nicht allzu langer Zeit telefonierten.

Sven erzählte mir, dass das Remake von Folge eins nicht einfach das selbe Skript mit neuen Effekten sein sollte. Viele Ideen aus der Nummer eins gefallen ihm heute nicht mehr (ich kenne das gut). Wenn man das Teil schon neu anginge, warum nicht gleich ein paar Gänge höher schalten?

Er schilderte mir seine Ideen und fragte, ob ich nicht auch den einen oder anderen Einfall hätte.

Sofort ging’s wieder los: „Wäre es nicht cool, wenn…?“ – „Ja genau, und dann könnte man …!“

Und so weiter und so fort. Irgendwann in der Hitze des Gefechts fragte Sven:

„Hättest du nicht Lust, die Folge zu schreiben?“

Okay, damit hatte ich nicht gerechnet.

Klar, ich hatte bislang schon ein paar Mal für Rick Future geschrieben und wie ich nicht müde werde, zu erzählen, hatte ich dabei einen Heidenspaß. Und dass Sven mich fragte war eine große Ehre.

Aber die Folge eins? Der Einstieg in das gesamte RF-Universum?

Das war etwas anderes, als eine Folge für die dritte Staffel beizusteuern. Jede Pilotfolge birgt besondere Tücken: Die Welt, die Charaktere, der Tonfall der Serie, das Wer? Wieso? Warum? müssen eingeführt werden. Das Risiko, sich in reiner Exposition zu ergießen, ist hoch. Und oftmals leidet das Tempo der Geschichte darunter.

Das ließ mich zögern.

Aber nur für einen Moment.

Sofort machte ich mich an die Arbeit. Und siehe da: es war gar nicht so schwer! Immerhin kannte ich die Charaktere und ihr Universum mittlerweile ganz gut.

Der ursprüngliche Plan sah vor, die Handlung aus der ursprünglichen Pilotfolge komplett neu zu stricken. Um mich auf das Skript einzustimmen hörte ich noch einmal die allererste Rick Future-Folge, Planet der Träumer.

Es war eine interessante Erfahrung. Es war alles da: Das Abenteuer, das bunte Weltall, all die wunderbaren Space Opera-Zutaten. Aber es wirkte noch sehr roh, die Kanten waren noch nicht abgeschliffen, die Figuren noch nicht ganz sie selbst und Sprecher noch dabei, in ihre Charaktere hinein zu wachsen. Hier und da blieb ein unfreiwilliges Schmunzeln nicht aus. (Stichwort: Ricks überragender Intellekt.)

Aber trotzdem gab es mehr als genug interessante Elemente da: Ein Auftrag von Huggins, die Trennung unserer Helden, Kämpfe mit aggressiver Fauna, ein dämonisches Kristallwesen, das im Hintergrund die Fäden zieht.

Eigentlich, dachte ich mir, war es gar nicht nötig, ALLES über Bord zu werfen. (Trotzdem, beharrte Sven, die Affenviecher müssen weg!)

In Grundzügen blieb die Handlung also bestehen, allein schon um die Kontinuität der Serie nicht zu verletzen.

Trotzdem gibt es viel Neues: Ein brandneuer Prolog, der erklärt wie ein gewisser blonder Weltraumheld zu seinem Nachnamen kam, Vorausdeutungen auf spätere Entwicklungen – und ein paar gestopfte Plotlöcher, die ich selbst verschuldet hatte. (Was ist aus dem vielen Geld geworden, das unsere Freunde im Laufe des Rick Future-Extras Zweitkontakt verdient haben? Endlich erfahren wir es.)

Gerade wird Rick Future Planet der Träumer, Second Edition eingesprochen und produziert. Die Premiere findet voraussichtlich Ende Januar statt, aber nagelt Sven bitte nicht darauf fest.

Ich bin sehr gespannt darauf, wie die alten Fans auf meine Neuinterpretation der Folge reagieren – und hoffe gemeinsam mit Sven, dass sie einen ganzen Schwung neuer Fans dazu gewinnen wird. So oder so: wir wünschen euch viel Spaß beim Hören!

Oben seht ihr das Cover der Second Edition, gezeichnet von René Siepmann. Und den Klappentext findet ihr hier:

2385. Die Erde ist tot, die wenigen überlebenden Menschen quer durch ein oftmals feindseliges Universum verstreut. Rick Future ist einer dieser heimatlosen Terraner – ein Sternenvagabund und Abenteurer.
Ein Auftrag des intergalaktischen Sicherheitsdienstes, für den Rick als Freelancer arbeitet, führt ihn und seine Freunde nach Godima. Eine unbekannte Macht ergreift Besitz von den menschlichen Siedlern auf dem Planeten. Und Rick muss sich ihr stellen, ehe er zum Gefangenen eines endlosen Albtraumes wird…